
Der Platz „Ekzarh Josif“ befindet sich in der Stadtmitte von Varna. Er ist ein kreisförmiger Platz, der die Straßen „Mihail Koloni", „Stefan Karadscha", „Prespa", „Odrin", „Sv. Kliment", „27 Juli" und „Stefan Bogoridi" zusammenfasst.
Historisch ist der Platz an der Grenze zwischen den ehemaligen zentral gelegenen Viertel: armenische, gagauzische und griechische.
Der Platz ist den Einheimischen mehr bekannt als „Schischkova Garten" nach dem Namen von dem Varnaer Arzt und Wohltäter Dr. Danail Schischkov.
Historischer Hintergrund:
Bereits in den Jahren der osmanischen Herrschaft im 19. Jahrhundert bildete sich an dieser Stelle ein Platz, der an seinen Rändern chaotisch bebaut war und keine runde Form hatte. Dies war der sogenannte „Tschengene-Basar“, eines der belebtesten Orte in der Stadt, wo der Handel blühte. Die Nähe zum Hafen und zum Meer hat auch die Entwicklung des Gaststättengewerbes vorausgesetzt. Hier wurden zahlreiche Gasthöfe mit Kneipen eröffnet, in denen die besten gagausischen Weinsorten aus der Umgebung von Varna angeboten wurden. Der Platz war nicht mit Pflaster bedeckt und war im Sommer staubig und bei Regenwetter schlammig. Die Gebäude um den Tschengene - Basar waren überwiegend zweistöckige Holzbauten mit tiefen Steinkellern. Der Großteil wurde in den 1920er Jahren abgerissen.
Nach der Befreiung Bulgariens von der türkischen Herrschaft im Jahr 1878 und der Annahme des ersten allgemeinen Stadtentwicklungsplans im Jahr 1897 begann auch die Verschönerung des „Tschengene - Basars“. Ingenieur Pavel Karakulakov schlug die Idee vor, einen kreisförmigen Platz zu schaffen, der das Verkehrsaufkommen von Kutschen und Karren von den umliegenden Straßen regulieren sollte. Die Idee wurde von der Gemeinde Varna angenommen und bis 1912 erhielt der Platz seine heutige Form. Nachdem die Wirtschaftskrise, die auf den Ersten Weltkrieg folgte, überwunden war, begann in den 1920er Jahren der Bau um den Platz herum. Die unbebauten Straßen und die unbegrünten Plätze beeindruckten immer noch.
1926 erwarb der Gynäkologe Dr. Danail Schischkov aus Varna ein großes Grundstück. Der Ingenieur Georgi Barnev erhielt den Projektauftrag für das damals höchste Gebäude in Varna, das „Kurhaus Gesundheit“ – eine Privatklinik mit Pension für Sommergäste. Empört über den Zustand des Platzes, kaufte Dr. Schischkov zersägten Stein für die Gehwege und Granitpflaster. Er leitete auch die Arbeit der Bauarbeiter.
Die Gemeinde beauftragte Anton Novak mit der Bepflanzung des Platzes mit Johannisbrotbäumen, die der Architekt Dabko Dabkov aus Varna aus Italien bezog. Der Platz wurde 1928 eröffnet. Dank der Initiative von Dr. Schischkov und der Spende von Mitteln begann dieser Platz unter den Einwohnern von Varna als „Dr. Schischkovs Garten“ bezeichnet zu werden. In den 1920er Jahren entstanden auch viele andere Gebäude, von denen einige noch heute existieren und als Kulturdenkmäler gelten, mit ihrer originellen Architektur im Stil des Neobarock und Art déco.
In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, nach der Etablierung der kommunistischen Macht und der Übernahme der Architekturstile der UdSSR, entstanden auf dem Platz Wohnungsbaugenossenschaften im Stil des sogenannten sozialistischen Klassizismus.
Bei der Restauration 2019 - 2020 wurden archäologischen Überreste von antiken Stadtmauern gefunden und heute können die gesehen werden.