
Das Gebäude, in dem die Exposition des Museums der neuen Geschichte von Varna untergebracht ist, wurde in den 30er Jahren des 19. Jh errichtet.
Im Jahre 1851 wurde es für das belgische Konsulat umgebaut. Später funktionierte es als Hotel. Von 1916 bis zum 30 Dezember 1929 diente es als Bezirksgefängnis. Seit 1969 existiert hier ein Museum. Es wurde 1991 und 2002 erneuert.
Die Museumsexposition verfolgt die Entwicklung Varnas als ein erstrangiges Hafen-, Handels-, Industrie-, Kultur-, Bildungs- und Kurortzentrum in dem Zeitraum 1878 - 1939.
Im Erdgeschoss befinden sich Exponate, die die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt darstellen. Ausgestellt sind: eine Druckmaschine vom Ende des 19. Jh., der erste 1902 aus England eingeführte Webstuhl der Stadt, Muster und Kataloge der ersten bulgarischen Baumwollspinnfabrik „Prinz Boris“, Erzeugnisse der Fabrik „Textil“, Urkunden und Auszeichnungen der Teilnehmer der internationalen Industrieausstellung (1932 - 1940) und der nationalen landwirtschaftlichen und kulturellen Ausstellung (1936 - 1940), der einzige im Land aufbewahrte Tragsattel eines Hafenarbeiters, ein Korb für Schüttgüter, ein Modell des beim Neuhafenbau eingesetzten Dampflokomobils.
Mit authentischen Materialien rekonstruiert sind die Stellmacher- und Schlosserwerkstatt, die Schneider- und Schuhmacherwerkstatt, die von der Entwicklung der Handwerke in diesem Zeitraum zeugen.
In der ersten Etage ist die Entstehung des europäischen Architekturbildes der Stadt und die Verwandlung Varnas in eine Sommerhauptstadt der bulgarischen Kultur zu sehen. Interessante Ausstellungsstücke sind: die zwei silbernen Werkzeuge, mit denen Fürst Alexander von Battenberg den ersten Spatenstich für die Kathedrale „Mariä Himmelfahrt“ gemacht hat, Exponate vom Schloss Euxinograd, Bilder und Orden des Tschechen Anton Novak, dem Varna seinen Meerespark und die Grünanlagen in der Stadt und Umgebung zu verdanken hat, das Arbeitszimmer von Diplom Ingenieur Yanko Mustakov, dem am längsten amtierenden Bürgermeister von Varna (1935 - 1943).
Hier gehört auch der Flügel, gekauft für die Eröffnung der ersten bulgarischen Musikvolksfeste (Vorgänger des heutigen internationalen Musikfestivals „Varnaer Sommer“) im Sommer 1926.
Die Exposition in der zweiten Etage zeigt den Besuchern die Kurortstadt Varna aus den 20er und 30er Jahren des 20. Jh. Die Meereslandchaft, die Strandartikel, die Strandecke mit Umkleidehütten, das Werbebüro, die Sammlung von Ansichtskarten der Badeanstalt, die Werbeprospekte in verschiedenen Sprachen spiegeln die Verwandlung Varnas in ein internationales Seebad wider. 1921 ist die Stadt zur ersten bulgarischen Seebad erklärt worden.
Durch authentische Wiederherstellungen werden Geschäfte und Ateliers der Altstadt Varna dargestellt wie: Hotelzimmer, Konditorei, Gaststätte, Fotoatelier, Rechtsanwaltsbüro, Buchhandlung, Hutladen, Spielzeugladen, Gästezimmer und Innenhof eines Varnaer Hauses.
Museum der neuen Geschichte von Varna ist mit Busses 20, 17 A, 39 (die nächste Haltestelle „Baseyna“) erreichbar.
Eintritt:
Erwachsene - 5.00 € / 9.78 lv.
Schüler*innen - 2.00 € / 3.91 lv.
Kinder bis 7 Jahre alt - kostenfrei
Für Gruppen mehr als 15 Menschen: Erwachsene 3.00 € / 5.87 lv.
Vortrag - 15.00 € / 29.34 lv.
An Tagen, ausgewählt mit einer Anordnung des Kulturministeriums oder Gemeinde Varna - kostenfrei
Öffnungszeiten:
Oktober - April: 10:00 Uhr - 17:00 Uhr, geschlossen - Samstag und Sonntag
Mai - September: 10:00 Uhr - 17:00 Uhr, geschlossen - Montag
Kontakte:
Varna, 3 „8 November“ Str.
Telefonnummer: + 359 52 632 677
www.museumvarna.com